Griechisch 2020
Verschoben auf Oktober

Verschoben auf Herbst 2020: 13.-16. Oktober

Griechisch für 4.-5. Klasse Langgymnasium bzw. 2.–3. Klasse Kurzgymnasium:

„Der Mensch zwischen Allmacht und Ohnmacht. Griechische Gedanken für heute“ (Katja Vogel)

 

Wir stehen heute als Gesellschaft vor scheinbar unlösbaren Problemen und fragen uns «Was kann jede/r einzelne überhaupt ausrichten?»
Wir hören den Mächtigen zu und fragen uns «Wie weit darf ein Mensch gehen, wenn es darum geht, andere zu beeinflussen?»
Wir sehen, dass einzelne ihren Reichtum bis ins Absurde erweitern, während andere um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen, und fragen uns «Wenn es eine höhere Gerechtigkeit gibt, warum lässt sie sowas zu?»
Und gleich darauf fragen wir uns «Wenn es keine höhere Gerechtigkeit gibt, warum soll nicht auch ich mir nehmen, was ich kann, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen?»


Doch wir sind bei weitem nicht die ersten, die diese Fragen stellen. Die griechische Literatur und Philosophie haben sich eingehend mit solchen Fragen befasst. Im heutigen Strudel der Informationen und Meinungen kann es guttun, die Welt einmal mit dem Abstand der antiken Betrachtung zu erfassen und dadurch zu neuen – oder eben alten – Erkenntnissen zu gelangen.


Der viertägige Ferienkurs des ZAZH – Zentrum Altertumswissenschaften Zürich bietet Jugendlichen der 4. und 5. Stufe des Gymnasiums (10. und 11. Schuljahr) Gelegenheit, in die Welt der griechischen Antike einzutauchen. In vier Morgenblöcken werden antike Texte besprochen, die sich auf vielfältige Weise dem Menschen und seinen (un)begrenzten Wirkungsmöglichkeiten nähern. Der erste Dichter Europas, Homer, kommt dabei ebenso zu Wort wie Platon, der Übervater der abendländischen Philosophie, und die Autoren des Neuen Testaments. Der Kurs bietet auch Einblicke in die griechische Sprache und ihr Fortleben in modernen Sprachen; Vorkenntnisse in Altgriechisch sind nicht nötig. Zum Schluss erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Diplom zur Bestätigung für den Besuch des Kurses.


Dienstag, 13. bis Freitag, 16. Oktober 2020 (zweite Woche der Herbstferien im Kt. ZH), jeweils 8:45–11:45 und 13:15–16:15
Universität Zürich, Rämistrasse 71

Der Kurs, inkl. Mittagsverpflegung ist für die Teilnehmenden kostenlos.


Neuer Anmeldungstermin bis 4. September 2020 via Anmeldeformular (bisherige Anmeldungen bleiben berücksichtigt).

Fragen an katja.vogel@uzh.ch

 

Mit Unterstützung der

Marcator

 

Dienstag, 13.10.20

Mittwoch, 14.10.20

Donnerstag, 15.10.20

Freitag, 16.10.20

Einführung ins griechische Alphabet, Betrachtungen zum Menschenbild der Antike, Führung in der Skulpturen-sammlung der Universität Zürich.

Der Mensch und sein Schicksal: Betrachtung einer griechischen Tragödie, kreative Arbeit in kleinen Gruppen.

Rhetorik als Beeinflussung von andern: Platons Gorgias oder der Mensch als Mass aller Dinge?


Abendvortrag von Prof. Dr. Klaus Bartels mit anschl. Apéro.

Zwei antike Wege für den Menschen, mit seiner begrenzten Macht umzugehen: Stoiker und Epikureer im Gespräch.

Büste1
Büste2
Büste3
Büste4

Κύκλος τῶν ἀνθρωπηίων ἐστὶ πρηγμάτων.

Πολλὰ τὰ δεινὰ κ’ οὐδὲν ἀνθρώπου δεινότερον πέλει.

Ἡ δέ γε οἶμαι φύσις αὐτὴ ἀποφαίνει αὐτό, ὅτι δίκαιόν ἐστιν τὸν ἀμείνω τοῦ χείρονος πλέον ἔχειν καὶ τὸν δυνατώτερον τοῦ ἀδυνατωτέρου.

Διὰ τοῦτο φησὶν οὐδὲ πολιτεύσεσθαι
τὸν νοῦν ἔχοντα.

Es gibt einen Kreislauf aller menschlichen Geschicke.

Vieles ist ungeheuer, aber nichts ist ungeheurer als der Mensch.

Die Natur selbst aber zeigt meines Erachtens, dass es gerecht ist, wenn der Bessere mehr hat als der Schlechtere und der Stärkere mehr als der Schwächere.

Deshalb sagt Epikur, dass, wer Verstand hat, keine Politik betreiben wird.