Header

Suche

ZAZH-Lectures

What is Honour?

Lecture von Douglas Cairns

Honour is a topic on which a great deal has been written, but it remains very poorly understood. A typical failing is to ghettoize the phenomenon – as limited only to some forms of interaction (found in some contexts and not in others), as a concern only of one social stratum among many, as a male-gendered phenomenon, as a characteristic only of certain forms of social organisation. This can extend even to the claim that there are ‘honour societies’ that differ fundamentally from ‘dignity societies’ (echoing the older and now widely discredited antithesis between ‘shame cultures’ and ‘guilt cultures’). Such antitheses entail a distinction between extrinsic and intrinsic values that is useful for analysing individual tendencies and historical and cultural differences. But there is no group and no historical society (and perhaps, except in extreme pathological cases, no individual either) in which some combination of both tendencies is not found. Despite strong reasons for believing that contemporary Western societies – and especially their elites – are subject to an ever stronger pull in the direction of extrinsic values, educated elites within those societies have used and continue to use labels such as ‘shame-culture’ and ‘honour society’ to denigrate and patronize internal and external others –  inner-city gangs, citizens of the US South (and their Scots ancestors), immigrants (e.g. the Irish and the Italians in the US), native Americans, the Japanese, southern Europeans, north Africans – and the ancient Greeks (to name but a few). Ancient Greek evidence on the nature of honour, by contrast, supports contemporary thought in a range of disciplines (such as developmental psychology, sociology, and political philosophy) on the interplay of esteem and self-esteem, recognition and dignity, as fundamental to social interaction in any society worthy of the name.


Wann: Donnerstag, 27. November 2025, 18.15 Uhr
Wo: Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, Raum KOL-F-117

Flyer (PDF, 292 KB)

Archäologie der Angst: Eine Akteur-Netzwerk-Theorie-Perspektive auf Einschüchterung in Palästen des ägyptischen Neuen Reiches (ca. 1550–1070 v. Chr.)

Lecture von Uros Matic

In diesem Vortrag werden die Mechanismen von Furcht und Einschüchterung in Palästen des ägyptischen Neuen Reiches (ca. 1550–1070 v. Chr.) aus interdisziplinärer Perspektive untersucht. Dabei kommen textanalytische, visuelle und raumanalytische Ansätze sowie die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) zum Einsatz. Zwar stellt die altägyptische Literatur den Pharao häufig als Figur überwältigender Macht und Ehrfurcht dar, doch historische Realitäten legen nahe, dass Einschüchterung maßgeblich durch räumliche und materielle Aspekte der Palast-architektur erzeugt wurde. Der Vortrag analysiert, wie architektonische Strukturen, dekorative Programme, Möbel und Objekte gezielt eingesetzt wurden, um eine Atmosphäre der Angst zu schaffen und königliche Autorität wirkungsvoll zu inszenieren.


Wann: Dienstag, 25. November 2025, 18.15 Uhr
Wo: Universität Zürich, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich, Raum KO2-F-153

Flyer (PDF, 263 KB)

Josephus als intellektuelle Schlüsselfigur am Knotenpunkt von vier antiken Weltkulturen

Lecture von Maren Niehoff

Das Werk des jüdischen Historikers Josephus wird regelmässig als Steinbruch für Informationen zur Rekonstruktion der Geschichte Judäas und des Urchristentums verwendet. Dabei werden meist sein eigenes intellektuelles Profil und seine aktive Beteiligung an zeitgenössischen Debatten übersehen.
Diese blinden Flecken sollen in der Vorlesung beleuchtet werden. In dieser wird Josephus als eine Persönlichkeit vorgestellt, die durch ihr Leben in Jerusalem, Rom und zeitweise auch in Alexandria mit den grossen Fragen der Zeitenwende konfrontiert war und dazu bewusst Stellung bezog – im Hinblick
auf das Judentum ebenso wie auf die griechische und römische Kultur sowie die ersten Christen. Josephus als Intellektuellen des ersten Jahrhunderts zu würdigen bedeutet, die epochalen Ereignisse, die die westliche Zivilisation prägen sollten, aus einer ganz bestimmten Perspektive heraus zu verstehen. Dabei erweist sich Josephus als eine Schlüsselfigur für andere Autoren, die ähnlich hybride Identitäten im Römischen Reich artikulierten.


Wann: Mittwoch, 8. Oktober 2025, 16.15 Uhr
Wo: Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, Raum KOL-E-18

Flyer (PDF, 283 KB)

Pathos und Distanz. Der ironische Blick auf Gefühle im Hellenismus

Lecture von Viktoria Räuchle

Die Dichter und Künstler der hellenistischen Zeit widmen sich mit einer bis dato ungeahnten Nahsichtigkeit der Inszenierung von Emotionen und körper-seelischen Grenzerfahrungen. Aber ist das alles immer ernst gemeint? Oder lassen sich in den vor Pathos triefenden Zeugnissen nicht auch immer wieder Elemente der Distanzierung und/oder Selbstreflexion nachweisen, die auf eine ironische Brechung der mit dem Werk verbundenen Aussage hinweisen? Der Vortrag nimmt hellenistische Darstellungen von Liebesleid zum Ausgangspunkt, um diesen Fragen nachzuspüren.


Wann: Mittwoch, 24. September 2025, 18.30 Uhr
Wo: KOL-E-18, Rämistrasse 71, 8006 Zürich

Flyer (PDF, 578 KB)

Archiv

s. auch die vergangenen Veranstaltungen im Archiv

Weiterführende Informationen

Quicklinks und Sprachwechsel