ZAZH-Ringvorlesungen

„Demokratie, Demagogie und Populismus in der Antike und heute“ im FS 2020

Teaser_Ringvorlseung

Der schillernde Begriff «Populismus» ist seit einiger Zeit aus dem politischen und medialen Demokratie-Diskurs kaum mehr wegzudenken. Als «populistisch» werden dabei vor allem Parteien und Strömungen am Rand des politischen Spektrums bezeichnet, um so die Ziele und Mittel ihrer Politik zu kritisieren und ihre Legitimität zu hinterfragen. Zugleich bekennen sich solche Gruppierungen auch selbst ganz offen zum Populismus und versuchen, ihre radikalen Zielsetzungen mit der Berufung auf den «Willen des Volkes» zu legitimieren. In den Sozialwissenschaften, die sich in den letzten Jahren intensiv um seine Erforschung bemüht haben, gilt der Populismus meist als ein Phänomen der Demokratien moderner Prägungen, die seit der Amerikanischen und Französischen Revolution entstanden sind. Die Demokratie als politisches System und mit ihr verbunden auch Phänomene wie Demagogie und Populismus sind aber wesentlich älter. Ihre Wurzeln liegen im antiken Mittelmeerraum, wo die Demokratie ihre erste systematische Ausprägung in der griechischen Polis gefunden hat und insbesondere in Athen in einer als «radikal» wahrgenommenen Form praktiziert wurde. Die Attische Demokratie mit ihrer wechselvollen Geschichte hat Philosophen, Denker und Dichter der Antike zu nicht selten ausgesprochen kritischen Reflexionen inspiriert, und sie bleibt bis heute ein wichtiger Bezugspunkt. Die geplante interdisziplinäre Ringvorlesung unternimmt den Versuch, die zeitlos aktuelle Thematik von Demokratie, Demagogie und Populismus aus unterschiedlicher disziplinärer Perspektive zu beleuchten und brandaktuelle Entwicklungen durch den Rückgriff auf antike Vorläufer besser verständlich zu machen.

Programm

Termine, jeweils dienstags, 18:15 Uhr, Raum SOC-1-106, Rämistr. 69, Zürich

 

18.2. Altbundespräsidentin Ruth Dreifuss (Genf) im Gespräch mit Flavia Kleiner (Operation Libero, Fribourg) und Prof. Dr. Christoph Riedweg (UZH, Seminar für Griechische und Lateinische Philologie)

ANDERER RAUM: Aula, Hauptgebäude, Rämistr. 71
«Quo vadis, Demokratie? (PDF, 2086 KB)»


25.2. Prof. Dr. A. Victor Walser (UZH, Historisches Seminar)
«Populismus in der griechischen Demokratie»


3.3. Prof. Dr. Daniel Kübler (UZH, Institut für Politikwissenschaft & Zentrum für Demokratie Aarau)
«Vom Aufstieg zum Niedergang der Demokratie?»


10.3. Prof. Dr. Konrad Schmid (UZH, Theologische Fakultät)
«Wie der Mensch zu Gottes Ebenbild wurde: Demokratisierungsprozesse im antiken Israel»


17.3. Prof. Dr. Christoph Reusser (UZH, Institut für Archäologie)
«Demokratie und Populismus: die archäologische Perspektive»


24.3. Prof. Dr. Anne Kolb (UZH, Historisches Seminar)
«Die Blödsichtigkeit der Bewunderer: Überlegungen zu Caesars Machtpolitik»


31.3. Prof. Dr. Ulrich Eigler (UZH, Seminar für Griechische und Lateinische Philologie)
«Augustus als Populist?»


7.4. Prof. Dr. Ulrike Babusiaux (UZH, Rechtswissenschaftliches Institut)
«Römisches Recht und Rechtspopulismus in der Antike und heute»


14.4. Osterferien


21.4. Prof. Dr. Marc Chesney (UZH, Institut für Banking und Finance)
«Verrat der Eliten? Der Aufstieg der Finanzoligarchie und das Versagen der Demokratie»


28.4. Prof. Dr. Frank Esser (UZH, Institut für Kommunikationswissenschaft und
Medienforschung)
«Welche Rolle haben die Medien bei der Verbreitung von Populismus?»


5.5. Prof. Dr. Stefanie Walter (UZH, Institut für Politikwissenschaft)
«Brexit als Testfall: Wie der Brexit Einstellungen und Wahlverhalten in der Schweiz und den EU-27 beeinflusst»


12.5. Prof. Dr. Jan-Werner Müller (Princeton, Department of Politics)

(NEUER RAUM KOH-B-10)
«Populismus gestern und heute».
Mit anschliessender Podiumsdiskussion unter Beteiligung von Dana Grigorcea
(Schriftstellerin, Zürich) und Prof. Dr. Christoph Riedweg (UZH, Seminar für Griechische und Lateinische Philologie)


19.5. Prof. Dr. Francis Cheneval (UZH, Philosophisches Seminar)
«Ist direkte Demokratie populistisch?»

 

26.5. Abschlussprüfung - Multiple Choice Test


2.6. Prof. Dr. Angelos Chaniotis (Princeton, Institute for Advanced Studies
«Die Stadt als Bühne: Theatrale Selbstdarstellung in der politischen Kultur der nachklassischen Polis».

Im Anschluss daran Verleihung der ZAZH-Preise für die beste Masterarbeit und ein besonders vielversprechendes Dissertations- oder Habilitationsprojekt

 

 

Mit Unterstützung der Georg und Bertha Schwyzer-Winiker Stiftung

 

 

 

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